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Beladebeispiele

Ladungssicherung beginnt bereits beim Fahrzeugaufbau!

Warum Ladungssicherung?

Der Gesetzgeber hat in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung (StVZO), sowie unter §412 Handelsgesetzbuch(HGB) das Ziel und den Kreis der für die Ladungssicherung Verantwortliche definiert! Somit stehen der Verlader, der Fahrer, der Fahrzeughalter, Absender und Frachtführer in der Pflicht Ladungssicherungsmaßnahmen zu ergreifen! Für die korrekte Ladungssicherung stehen uns Richtlinien und Regelwerke zur Verfügung. Unverzichtbar für jeden Verantwortlichen sind dabei die Richtlinien des VDI 2700! In der DIN EN 12642 europäische Konstruktionsnorm, finden wir einen Überblick über die Belastbarkeiten von Sattelzugaufbauten.
   
Sattelzug mit Hamburger Verdeck (Bsp.1)
Beim Hamburger Verdeck, können stirnseitig 30% der Gewichtskraft aufgenommen werden, die Bordwand schafft etwa 24%, Plane und Spriegel schaffen nur noch 6% der Gewichtskraft aufzunehmen. Unter Berücksichtigung des Lastenverteilungsplanes, sind bei einem 10 Tonnen Ladegewicht, somit nach vorne noch etwa 7 Tonnen zu sichern, zur Seite etwa 7,6 Tonnen.
   
Bsp. 2
Unsere Anti-Rutschmatte PKD 950® ist für den Transort von Betonbauteieln bestens geeigent! Anti-Rutschmatten sind flach und erhöhen den Ladeaufbau nicht wesentlich. Unsere PKD 950® kann Lasten bis zu 270 to/m2 bei 30% Stauchung aufnehmen und hinterlässt keine Spuren auf
dem Ladegut.
   

Mit unseren Beispielen, wollen wir Ihnen verdeutlichen, dass Ladungssicherung mit Kenntnis über die eigene Ladung, beim Fahrzeugaufbau beginnt. Das verantwortliche Personal sollte hier umfangreich geschult sein um zu erkennen, welche Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind und welche Form der Ladungssicherung angewandt werden kann bzw. muss.

   
Bsp. 3
Der Lastenverteilungsplan gibt Ihnen Aufschluss darüber, wo Ihre Ladung auf dem Fahrzeug platziert werden muss, um ein ausgeglichenes Fahrzeug führen zu können. Ist die Ladung nicht entsprechend den Markierungen am Fahrzeug bzw. dem Lastenverteilungsplan angeordnet, erhöht dies das Unfallrisiko. Ist das Fahrzeug nur schwer zu lenken oder muss durch ständiges
gegenlenken in der Spur gehalten werden, so kann es unter umständen bei Kurvenfahrten ausbrechen.

Lastverteilungsplan
Kurvenverlauf in Abhängigkeit von:
1 zulässiger Vorderachslast
2 zulässiger Nutzlast
3 zulässiger Hinterachslast
4 Mindest Vorderachslast (20-25 % G…)
   
Sattelzuganhänger mit Kofferaufbau (Bsp. 4) Entsprechend der Lastenverteilung können bei Misch - Sammelladungen, hilfsweise Reihen von Loch-Ankerschienen in Fahrzeuglängs- oder Fahrzeugquerrichtung Vorrichtungen zum Einstecken einen variablen Formschluss ermöglichen. Beim Kofferaufbau können für die gesamte Höhe Lasten von etwa 30% der Gewichtskraft aufgenommen werden.
   

MERKE: Der Lastenverteilungsplan gibt Ihnen Aufschluss darüber, wo Ihre Ladung auf dem Fahrzeug platziert werden muss um ein ausgeglichenes Fahrzeug führen zu können. Ist die Ladung nicht entsprechend den Markierungen am Fahrzeug bzw. dem Lastenverteilungsplan angeordnet, erhöht dies das Unfallrisiko. Ist das Fahrzeug nur schwer zu lenken oder muss durch ständiges gegenlenken in der Spur gehalten werden, so kann es unter umständen bei Kurvenfahrten ausbrechen.

   

Verladebeispiel: Papierhandel

Auch bei der Sicherung von Papier muss das Beschädigungsrisiko ausgeschaltet werden. Punktförmige Belastungen sind zu vermeiden. Die Ladefläche muss eben und sauber sein. Der Gebrauch von Anti-Rutschmatten und Spannelementen mit großem Hebelarm wird dringend angeraten.

Beispiel: Sicherung einer einreihigen Beladung mit belastungsfähigen Stirnwänden und Rollen bei nahezu gleichem Durchmesser. Bei einem Ladungsgewicht von 24 t, einer Trägheitskraft von 50 % in Fahrzeugquerrichtung, einer Reibung von 20% sowie einer vertikal wirkenden Vorspannkraft von 600 daN pro Zurrmittel - sind sechzig (!!) Niederzurrungen erforderlich. Durch Unterlegen von Anti-Rutschmatten mit einer Reibung von 40% - reichen zehn aus. Kann die vertikal wirkende Vorspannkraft auf 1000 daN erhöht werden, sind bei 20% Reibung noch sechsunddreißig Niederzurrungen erforderlich. Bei einer Reibung von 40% reichen indessen dann bereits sechs Niederzurrungen aus.


Verladebeispiel: Coils, Restcoils

Beispiele für die Verladung und Sicherung von zwölf Restcoils (je 2,4 t Masse auf einem Sattelkraftfahrzeug).

Vor bzw. während der Beladung sind unter und zwischen jedes Restcoil sowie zwischen Coils und Stirnwänden Anti-Rutschmatten (1) zu legen. Die Coils sind abwechselnd, einzeln oder gruppiert, von vorn und hinten, zur Mitte hin einzuladen. Vor das erste und hinter das letzte Coil müssen, zur Entlastung der Stirnwände, Keile gesetzt und befestigt werden (2). Um Unfälle zu vermeiden, sollten vor die hinteren Coils Keile gegen wegrollen gelegt werden. In den Sattel, der mittig verbleibenden Staulücke, wird das Locking-Coil (3) eingesetzt. Dieses ist mit zwei buchtförmigen Umspannungen, die durch den Kern zu nehmen sind (4), zu sichern. Die Zurrwinkel müssen zwischen 45° und 60° liegen. Möglichst flach zur Mitte hin verlaufende Schrägzurrungen sind zur Entlastung der Stirnwände am ersten und letzen Coil anzubringen (5). Ketten sind zu bevorzugen.

Gegen scharfe Kanten dürfen empfindliche Zugmittel nur in Verbindung mit Kantenschützern eingesetzt werden. Unzulässige Biegebeanspruchungen von Beschlagteilen, Zurrmitteln und Zurrpunkten sind zu vermeiden. Lücken zwischen unverzurrten Restcoils und Seitenborden sind durch Kanthölzer oder vergleichbare Materialien so auszufüllen, dass ein Teleskopieren der Coils verhindert wird (6).


Verladebeispiel: Blechpakete

In dem folgenden Beispiel wird gezeigt, wie sechs Doppelpakete verladen und gesichert werden können:

Der rationelle Umschlag und die Leichtigkeit des Be- und Entladens macht oft Lücken zwischen den Paketen bzw. Paketstapeln erforderlich, damit mit Kranzketten ab- bzw. wieder angeschlagen werden kann. Dann kommt nur eine kraft- bzw. reibschlüssige Sicherung in Betracht. Unter jedem Paketstapel sind mindestens vier Anti-Rutschmatten zu legen. Die Pakete dürfen nicht mit dem Wagenboden in Berührung kommen!

Jeder Längsstapel ist kraft- bzw. reibschlüssig mit mindestens zwei Niederzurrungen zu sichern, deren Wirksamkeit durch Gleitschutzwinkel zu garantieren ist. Die genaue Anzahl an Zurrungen hängt von den verwendeten Zurr-, Spannmitteln, den Zurrpunkten und -winkeln sowie der erreichbaren Vorspannung ab. Es ist in vier Längsstapeln, davon zwei als Doppelstapel, geladen.

Gleitschutzecken (1) für gleichmäßige Vorspannung
Anti-Rutschmatten (2)
Niederzurrungen (3), die genaue Anzahl ist zu ermitteln
Kantholzsteher (4) o. ä. wirksame Hilfsmittel zum Ausfüllen der Querlücken


Verladebeispiel: Betonbauteile

Kopfbucht und Schrägzurrungen sichern die Teile nach vorn. Niederzurrungen mit hohen Vorspannungen sichern reib- bzw. kraftschlüssig in alle Richtungen.

Anti-Rutschmatten (1-3) sind flach und können zwischen jeder Lage platziert werden, ohne dass der Gesamtaufbau unnötig hoch wird! Leider ein noch immer weit verbreiteter Irrglaube, dass Ladegut allein durch sein Eigengewicht schon nicht verrutscht!